Filmbeschreibung und Filmdaten

Das Jahrhundert des Kinos - 100 Jahre Film: DVD 2 - Asien - Absolut Medien

Medien-Typ: DVD
Genre: Dokumentation
Studio: Absolut Medien
Regie: Stanley Kwan, Nagisa Oshima, Jang Sun-Woo
Veröff.: 28.11.2005
FSK: 12
Laufzeit: 183 min
Kaufen: Ab 1€ bei Filmundo.de
Das Jahrhundert des Kinos - 100 Jahre Film: DVD 2 - Asien

Handlung und Filmbeschreibung:

China - Yang and Yin: Gender in the Chinese cinema

Geschlechterrollen im chinesischen Kino. Rollen- und Kleidertausch haben eine ebenso lange wie einmalige Tradition im chinesischen Kino. Dem geht Stanley Kwan, als Junge dem Männlichkeitsmythos der Kung-Fu-Filme verfallen, heute ausschließlich Frauen filmend (‚Red rose - white rose‘, ‚Actress‘; ‚Rouge‘), auf den Grund. Der Meister des Kampffilm-Genres Chang Cheh, zeichnet sich durch muskulöse halbnackte Männerkörper, ein Arsenal an Phallus-Symbolen, Kampf-, Fessel- und Penetrationsszenen aus. In ‚The slaughter in Xian‘ (1990) wird ein Gefangener von seinen Peinigern mit gespreizten Beinen auf ein Schwert gesetzt: „Dies ist meine Interpretation der chinesischen Tradition, kein chinesischer Zuschauer denkt an Homosexualität wenn er meine Filme sieht." In den Gangsterfilmen von John Woos, heute in Hollywood drehend, finden sich starke und exklusive Männerbeziehungen. (‚A Better Tomorrow‘ 1987; The Killer 1989). Die Tradition der gegenseitigen männlichen Bewunderung weist Kwan schon in frühen chinesischen Filmen von Wu Yonggang (‚Waves in the sand‘ 1936) und Son Yu (‚The Highway‘ 1936) nach. Männerliebe blieb jedoch noch lange Jahre ein Tabu. Die Originalnovelle ‚Farewell my concubine‘ schrieb Chen Kaige um und machte aus der homosexuellen Beziehung zweier Opernsänger eine Dreiecksbeziehung, in der die beiden Sänger die gleiche Frau begehren (1994). Regisseure wie Wong Kar-Wie, (‚Fallen Angels‘ 1995) und Ang Lee (‚The Wedding Banquet‘ 1993) schicken ihre Protagonisten in ihren Filmen auf die Suche nach dem Vater. In den neunziger Jahren werden die moralischen Grenzen weiter gesteckt, die Frage nach der Sexualität und Homosexualität ist nicht länger ein Tabu.
Der Blick auf den Status der Frau beendet diesen Streifzug durch die chinesische Filmgeschichte: die beiden Schauspielerinnen Yam Kin Fai und Baak Suet-Sin waren sowohl in den Filmen (‚The purple Hairpin‘, Regisseur: Ci Tie, 1957) als auch im echten Leben ein Paar ohne daß jemals irgendwer daran Anstoß genommen hätte. Stanlyes Kwans Mutter verliebte sich sogar in Yam Kin Fai wie sie in einem Interview mit ihrem Sohn zugibt.

100 Jahre japanisches Kino

In einer bewegenden Montage von Filmausschnitten führt Nagisa Oshima – dessen erotisches Epos IM REICH DER SINNE (1976) zu den radikalsten Werken der Filmgeschichte zählt - vor, wie der japanische Film erst nach und nach und in Ablösung vom traditionellen Theater zu einer eigenständigen Sprache findet.

Oshima eröffnet seine Chronik mit einem Film, der lange als verschollen galt: Chujis Reisetagebuch von Daisuke Ito aus dem Jahre 1927. Kurz streift er das erste goldene Zeitalter der japanischen Filmkunst, die 30er, in denen Kenji Mizoguchi, Yasujiro Ozu oder Sadao Yamanaka ihre ersten Meisterwerke schufen. Nach dem Kinogesetz von 1939, das auf den NS-Kulturgesetzen beruhte und leichte Komödien und propagandistische Kriegsfilme hervorbrachte, erfolgt in den 50er Jahren ein erneuter Aufbruch: Rashomon von Akira Kurosawa wurde zum Stimulus der älteren wie jüngeren Generation japanischer Filmemacher. Eine japanische Nouvelle Vague bildet sich. Unabhängiges Kino entsteht und ebnet den Weg für eine neue Generation japanischer Filmemacher, die aus verschiedensten Zusammenhängen kommen – Musiker, Novellisten, Werbe- und Pornofilmer – und ihren je eigenen Blick auf die japanische Gesellschaft riskieren. Oshima dokumentiert diese Entwicklung mit zahlreichen Filmausschnitten, u.a. aus ‚Cruel Story of Youth‘ (1960), ‚Only she knows‘ (Osamu Takahashi, 1960), ‚This Scorching Sea‘ (Ko Nakahira, 1956), ‚Kiss‘ (Yasuzo Maslauka, 1957) bis zu ‚Sumo do, Sumo don’t‘ (Masayuki Suo, 1992), ‚Tokyo Decadence‘ (Ryu Murakomi, 1992) und ‚Hana-Bi‘ (Takeshi Kitano).


Korea – Kino im Aufbruch

Sun-Woos Film geht davon aus, dass eine enge Beziehung besteht zwischen der Geschichte Koreas im 20. Jh. und der Entwicklung des koreanischen Films: In einem Land, das bis vor kurzem noch kolonialisiert war und autoritären Militärregierungen unterstand, war auch die Filmindustrie jeder Art von Unterdrückung und Kontrolle ausgesetzt. Somit bietet dieser Film einen sehr persönlichen Einblick in ein verborgenes Kapitel der Filmgeschichte zwischen Propaganda und Zensur und endet mit einer Demonstration für die Freilassung aller politischen Gefangenen.

Der erste koreanische Film entstand 1919, im neunten Jahr der japanischen Kolonialherrschaft über Korea. Er löste ein reges Filmschaffen aus, das zumeist in Zusammenhang mit der Entwicklung großer Unternehmen in Japan stand. Es war daher unvermeidlich, dass die japanische Zensur vielfach und maßgeblich eingriff. Als Süd-Korea dann 1945 unter amerikanischen Einfluss geriet, änderte sich in der Sache wenig: Auch die Amerikaner hatten ein sehr feines Gespür für das, was NICHT gesehen und gehört werden durfte. Die südkoreanische Regierung hat in den letzten 45 Jahren eine äußerst strenge politische wie moralische Kontrolle aufs nationale Filmschaffen ausgeübt. Dadurch beschränkte sich der offizielle Film zunehmend auf abgegriffene Genres und Formen, während sich auf der anderen Seite natürlich ein Underground-Filmschaffen entwickelte, das in Verbindung mit der Studentenbewegung stand und viele verbotene Themen aufgriff. Aus den Underground-Filmern der 80er Jahre konnten so die Erneuerer des koreanischen Kinos werden.

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Weitere Infos zum Film:

EAN: 4021308888929
Filmstudio: Absolut Medien
DVD-Features: Kapitel- / Szenenanwahl
Filmografie
Infos
Bildformat: 4:3 Vollbild (1.33:1)
Tonformat: Deutsch: Dolby Digital 2.0 Stereo
Indiziert: nein
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